Nachdem im Jahr 2008 bereits zum zweiten Mal das Aus für die Polaroid-Ära verkündet worden war, soll die traditionsreiche Sofortbildkamera ab Mitte 2010 wieder hergestellt werden und neu in den Handel kommen.
Die berühmte Instant-Kamera, die 1947 in New York erfunden worden war, hatte über Jahrzente eine ganze Ära der Momentaufnahmen geprägt, denn die Knipse gehörte unmittelbar zum Alltagsinventar von Polizei, Architekten, Forscher und Familien auf Urlaubsreise oder unter dem Weihnachtsbaum. Gespannt beobachteten Menschen, wie sich die Folien in den Händen zu verändern begannen: Nach einigen Augenblicken wurden zuerst Schatten sichtbar, kurz danach, Farben und Gesichter. Die Entwicklung eines Polaroid-Fotos ist ein Stück Fotografiegeschichte und Nostalgie. Der rasante Fortschritt im Bereich digitale Fotografie und immer erschwinglichere Digitalkameras, hatten allerdings die Sofortbildkamera vom Markt gedrängt.
Das amerikanische Unternehmen "Summit Global Group" aus Salt Lake City baut neuerdings auf den Sofotbildkult und hat nun die erforderlichen Lizenzen erworben, um die altbekannte Polaroid-Kamera, fünf Jahre lang herzustellen und unter diesem geschichtsträchtigen Namen verkaufen zu dürfen. Die Filme hierfür sollen von der Firma "The Impossible Project" hergestellt werden. Deren Gründer - der Wiener Filmhändler Florian Kaps - hatte die Filmfabrik und Produktionsanlagen zu einem günstigen Preis erworben und stets an die Wiederauferstehung der Traditionsmarke geglaubt. Der passionierte Österreicher hatte bereits im vergangenen Herbst 14 Ex-Polaroid-Mitarbeiter zur Rückkehr bewegen können, der neue Grossauftrag aus Salt Lake City, soll weitere 25 Arbeitsplätze in der wiederbelebten Filmfabrik entstehen lassen. Anfang nächsten Jahres will "The Impossible Project" einen Schwarzweiß-, Mitte 2010 einen Farb-Sofortbildfilm auf den Markt bringen. Die Herstellung des Sofortbildfilms hatte sich zunächst als problematisch erwiesen, denn die früher von Polaroid für die Sofortentwicklung verwendeten Chemikalien, waren inzwischen verboten worden, so dass "The Impossible Project" auf diesem Gebiet neue Wege gehen musste. Der Vertrieb der neuen Filme ist via Internet und ausgesuchte weltweite Händler geplant. Billig dürfte der Film allerdings auch zukünftig nicht werden, laut Angaben des Herstellers strebt man einen Preis zwischen 17 und 20 Euro für zehn Bilder an. Kult ist eben nicht ganz billig.
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