Digitalkameras erfreuen sich seit Jahren bei Konsumenten ungebrochener Beliebtheit, sie sind nach wie vor echte Verkaufsschlager. Doch was passiert mit den Geräten, wenn sie nach geraumer Zeit ausgedient haben?
Digitalkameras, Handy, PCs und sonstige beliebte Elektronikprodukte - wenn sie veraltet oder kaputt sind, werden sie oftmals über den Hausmüll entsorgt. Dies stellt nicht nur umwelttechnisch eine Sünde dar, vielmehr landen so wertvolle Rohstoffe sinnlos in den Restmüll. Dabei schreibt der Gesetzgeber hierzulande vor, den anfallenden Elektronikschrott, in entsprechenden E-Schrottcontainern zu entsorgen. Der Inhalt dieser Container wird dann in hierfür spezialisierten Unternehmen geschreddert und anschliessend nach Bestandteilen sortiert. Somit lassen sich wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Coltan (ein wichtiger Rohstoff für den Bereich Mikroelektronik) oder gewühnlicher Stahl, umweltgerecht und ressourcenschonend zurückgewinnen. In 1.000 Tonnen weggeworfenen Handys schlummern beispielsweise ganze 350 Kilogramm Gold - dies entspricht einem Geldwert von sieben Millionen Euro.
Während die saubere Trennung verschiedener Metalle in Digitalkameras und sonstigem Elektroschrott - technisch gesehen - relativ gut funktioniert, verblieb bisher ein großer Anteil an Kunststoffbestandteilen, die nicht nach Stoffgruppe getrennt werden konnten und somit geschreddert in Verbrennungsanlagen landen. Angesichts der Umweltgefahr durch CO2-Emmission, ein langfristig kaum haltbarer Zustand. Dabei scheint jetzt dem Bayerischen Recycling-Unternehmen Adamec, der entscheidende technische Durchbruch gelungen zu sein. Nach jahrelanger Tüftelei und Entwicklung, hat das Unternehmen eine Recycling-Anlage entwickelt, die eine Effizienzquote von ca. 95 Prozent aufweist. Die Entwicklung dieses Verfahrens hatte über zehn Millionen Euro gekostet, 1,5 Millionen waren durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beigesteuert worden. Das vom Firmeninhaber Thomas Adamec federführend entwickelte Recycling-Verfahren, ermöglicht zudem einen wesentlich effizienteren und umweltfreundlicheren Umgang mit halogenhaltigen Flammschutzmitteln belasteten Kunststoffeb aus Elektronikschrott, die nun erstmals identifiziert und aus der Schreddermasse ausgeschleust werden können. Das Ergebnis dieses weltweit einmaligen Trennverfahrens sind nach Angaben des Unternehmens, unbelastete Kunststoffe, die problemlos stofflich wiederverwertbar sind. Dadurch soll bei der Neuproduktion von Kunststoffmaterial, der Einsatz extra dafür gefertigter Kunststoffe, erheblich reduziert werden. Für Liebhaber digitaler Fotografie gilt jedoch: Defekte oder ausgediente Digitalkameras, Handys, PCs & Co. gehören nicht in den Hausmüll, sondern in Eletronikschrott-Containern. Der Umwelt zuliebe.
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