Das Jahr 2004 war das Jahr der 4- bis 5-Megapixel-Kameras, Rekordabsätze im Bereich Digitalkameras erfreuten Hersteller und Handel, zahlreiche Anwender kommen nun in den Genuss der "zweiten" Digitalkamera-Generation. Angesichts einer gewissen Sättigung im Consumer-Segment, stellt sich die Frage, wie geht es weiter mit der Digitalfotografie ? Seriöse Studien und Prognosen in diesem Bereich gehen ebenfalls von einer absehbaren Sättigung im Marktsegment digitaler Kompaktkameras aus, der Megapixel-Hype ist vorbei; immer mehr gefragt bei Anwendern sind nun höherwertige digitale Spiegelreflexkameras oder Superzoom-Kameras und Begleitprodukte wie Bildbearbeitungssoftware, günstige, bedienungsfreundliche Fotodrucker und Kamera-Zubehör.In einem gesättigten Konsumentenmarkt ist nun offenbar nicht mehr die reine Verkäufer-Denke und Kundenfang mittels für Handel und Hersteller ruinöser Preisgestaltung gefragt, die Tendenz in Richtung Information, Kommunikation und Wissen zu Digitalfotografie ist eindeutig erkennbar. Der in Sachen Änderungen des Kundenkaufverhaltens als äusserst sensibel geltende amerikanische Markt hat die Zeichen der Zeit erkannt und reagiert auf Bedürfnisse und Vorlieben von Konsumenten (bzw. Konsumentinnen) mit einem ganzheitlichen, individuell abgestimmten Angebot an "Digitalfotografie-Servicedienstleistungen": Der in den USA als sehr aggressiv geltende (bezugnehmend auf Preisgestaltung der Produkte) Online-Retailer BestBuy.com steuert neue Absatzwege jenseits der Billigstpreis-Strategie an und eröffnete unter der Dachmarke Studio D speziell eingerichtete Kompetenzcenter für Digitalfotografie. In sehr gross ausgelegten und aufwendig gestalteten Kundencentern (5000 Quadratmeter und mehr) wird interessierten Anwendern gleich eine ganze Palette an Informationen, Workshops und Kurse angeboten: Angefangen vom sachgemässen Umgang mit einem bestimmten Digitalkamera- oder Camcorder-Modell, über Bildbearbeitung und Fotoprints, bishin zur Aufnahme von Familienevents oder Kindergeburtstage. Dieses Konzept zeigt von Anfang an eine grosse Wirkung, vor allem weibliche Konsumenten sind bereit, im Anschluss an einem eingehenden Beratungsgespräch, Workshop oder Kurs, beispielsweise ein höherwertiges digitales Gerät käuflich zu erwerben oder temporär zu mieten. Fazit: Preise sind vergleichbar, das Kaufverhalten einer grossen Anzahl an Kunden definiert sich jedoch durch Vertrauen und einer gewissen "Sympathie" für Zusatzdienste wie Informationen und Service, sowie durch einen immer höheren Bedarf nach Wissen um den Umgang mit digitalen Geräten. In den USA hat man mittlerweile verstanden, dass Unternehmen die sich nur durch den Preis definieren, wohl keine allzu rosige Zukunft blüht.
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